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Gemeindehaus

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So könnte es aussehen, dass neue Gemeindehaus, wenn es nach den Vorstellungen des Entscheidungsgremiums geht, das unter Vorsitz von Professor Johann Eisele (Darmstadt) tagte und sich einstimmig für den eingereichten Entwurf des Walldürner Büros Link Architekten entschied.

Gemeindehaus Fotomontage

Modell Gemeindehaus

Nach dem Verkauf des "Hauses der offenen Tür", das für die Kirchengemeinde zu groß und in der Funktion eines kirchlichen "Gemeindehauses" nicht konzipiert war, wurde seit nunmehr einem Jahr die Konzeption eines Evangelischen Gemeindehauses erarbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Kirchenbauamt in Karlsruhe wurde ein Raumprogramm entwickelt, das auf die Größe und Ziele der Kirchengemeinde ausgelegt ist und auch die finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt.

Um ein möglichst breites Spektrum an Ideen zu bekommen, entschied man sich für die Durchführung eines beschränkten Architektenwettbewerbes in Form einer Mehrfachbeauftragung. Zum Wettbewerb waren insgesamt 5 Architekturbüros aus Boxberg, Lauda, Heidelberg, Ludwigsburg und Walldürn eingeladen, die alle ihre Vorschläge fristgerecht beim Kirchenbauamt in Karlsruhe einreichten.

Insgesamt sollten 3 Gruppenräume sowie Foyer, eine kleine Küche und Nebenräume entworfen werden. Den Teilnehmern war die Platzierung des neuen Gemeindehauses auf dem Grundstück weitestgehend freigestellt. Es bot sich die Möglichkeit, bestehende Gebäude (Gemeindesaal) zu erweitern oder an separater Stelle ein neues Gebäude zu errichten. Wichtig war dem Entscheidungsgremium allerdings, die gesamte Maßnahme möglichst im ersten Bauabschnitt innerhalb des vorgegebenen Kostenrahmens zu realisieren.

Dem Entscheidungsgremium unter Vorsitz des renommierten Darmstädter Architekten Professor Johann Eisele (Technische Universität Darmstadt) gehörten neben dem Leiter des Kirchenbauamtes, Architekt Jochen Rapp, dessen Stellvertreter, Architekt Jürgen Schlechtendahl, und die Architektin Annabel Burmann an. Die Evangelische Kirchengemeinde war mit Pfarrer Karl Kreß, der Kirchengemeinderätin Dagmar Petters, dem Kirchengemeinderat Peter Wieland und Frau Verena Kern als Vertreterin der Filialgemeinde Rippberg vertreten. Für die Stadt Walldürn war der Leiter des Bauverwaltungsamtes, Herr Stadtamtsrat Norbert Riedl, in das Entscheidungsgremium eingeladen worden.

Neben einem ersten Informationsrundgang mit Vorstellung der Arbeiten durch den für den Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg zuständigen Architekten des Kirchenbauamtes, Lothar Gabriel, beschäftigte man sich in zwei Wertungsdurchgängen intensiv mit den eingereichten Plänen, den Beschreibungen und Modellen. Dabei standen gestalterische und städtebauliche Aspekte ebenso im Mittelpunkt wie die Frage nach Funktion und Wirtschaftlichkeit. Nach den Wertungsdurchgängen blieben in dem anonymisierten Verfahren zwei Entwürfe übrig, wobei sich das Gremium mit neun zu null Stimmen für den Entwurf 1 als "Sieger" entschied. Nach Öffnung der Verfasserumschläge stand fest, dass dies der Entwurf des Walldürner Büros "Link Architekten" war.

Die Bewertung des Entscheidungsgremiums schreibt dem Entwurf von Link Architekten eine hohe Aufenthaltsqualität zu. Durch die Hinführung in das Gebäude mit überdachten Außenräumen schaffen es Link Architekten, wertvolle Kommunikationsräume entstehen zu lassen. Im Gebäude selbst ist Flexibilität in einem sehr hohen Maß gegeben. Als klar und wohltuend zurückhaltend wird die Architektursprache empfunden; einem Gemeindehaus und dem Ensemble angemessen. "Der Vorschlag besticht mit seinem selbstbewussten Ausdruck und mit seinem respektvollen Umgang mit dem Bestand und den vorhandenen Ressourcen".

Modell Gemeindehaus

Link Architekten sahen als einziger Teilnehmer die Platzierung des Hauses neben der bestehenden Kirche vor; alle übrigen Teilnehmer konzipierten eine Erweiterung des bestehenden Gemeindesaales in den rückwärtigen Freibereich.

In seiner Sitzung am 20. Mai beschloss nun der Kirchengemeinderat einstimmig, die Planung an Link Architekten zu vergeben. Dies geschah auch im Rahmen der zurzeit in der Evangelischen Kirchengemeinde stattfindenden Visitation durch den Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg. Die Visitationskommission mit Dekan Rüdiger Krauth, welche der Kirchengemeinderatssitzung beiwohnte, zeigte sich vom Entwurf sehr beeindruckt und beglückwünschte die Kirchengemeinde.

Mit dem Neubau des Gemeindehauses kann nun ein weiterer, wichtiger Schritt im Gemeindeaufbau gegangen werden. Es lässt teilhaben an einem öffentlich erlebbaren und einladenden Gemeindeleben. Die Kirchengemeinde freut sich, dass sie mit Link Architekten auch einen ortsansässigen Partner gefunden hat, der bereits im Wettbewerb gezeigt hat, wie man sich den heutigen Anforderungen in Gestaltung, Funktion und Wirtschaftlichkeit stellen kann.